Vorkochen fürs Wochenbett und andere Notzeiten

In etwas über einem Monat kommt unser zweites Kind und deshalb möchte ich fürs Wochenbett vorkochen. Seit meiner letzten Elternzeit beschäftige ich mich mit Kochkonzepten, die das Leben erleichtern und als angehende Ernährungsbereterin mit verschiedenen Ernährungskonzepten. Der Gefrierschrank ist einer meiner besten Küchenfreunde. Natürlich gibt es mittlerweile gute TK-Fertiggerichte zu kaufen, aber sie kosten mehr und sind für Kinder meistens zu salzig oder zu würzig. Das Vorkochen funktioniert natürlich auch für andere vorhersehbare „Notzeiten“, in denen man keine Zeit zum Kochen hat. Diesmal habe ich Vorkochen light gemacht. Man kann auch an 1-2 Tagen für ganze zwei oder drei Wochen vorkochen, in denen man nur frische Salate schnippeln muss, aber das wird detailierter und aufwendiger geplant.

Ernährung in der Stillzeit

Im Großen und Ganzen gelten für Stillende dieselben Ernährungsempfehlungen wie für gesunde Erwachsene, nur mit ein paar Besonderheiten bezüglich des Energie- und des Nährstoffbedarfs. Ich denke, der Energiebedarf wird gut gedeckt, wenn man auf den eigenen Körper hört und sich ausreichend ernährt. Auf die Vitamin- und Mineralstoffzufuhr sollte frau ein Auge haben, damit das Kind gut über die Muttermilch versorgt wird, ansonsten werden ihre eigenen Reserven angegriffen. Das Kind geht nun sogar für den eigenen Körper vor! Der Körper braucht jetzt mehr Vitamin A (1,5 mg/Tag), Folat (450 μg/Tag), Vitamin B12 (4 μg/Tag), Vitamin C (125 mg/Tag), Phosphor (900 mg/Tag), Magnesium (390 mg), Selen (75 μg/Tag), Zink (11,0 mg), Eisen (20 mg/Tag) und Jod (260 μg)*. Diese Vitamine und Mineralstoffe sollten in den vorgekochten Gerichten oder in den ergänzenden Beilagen und Gerichten vorhanden sein.

Was koche ich vor?

Ich möchte sättigende Gerichte einfrieren, und damit die Ernährung ausgewogen bleibt, muss das vorgekochte Essen durch frisches Gemüse mit hochwertigen Ölen, schnell zuzubereitende Beilagen, Obst und Nüsse ergänzt werden. Auf etwas süßes Selbstgebackenes möchte ich auch nicht verzichten. Es ist immer gut zum Frühstück oder als Zwischenmahlzeit.

Viele Gerichte lassen sich gut einfrieren:

  • Fleisch-, Fisch-, Geflügel- und Pilzgerichte
  • Suppen und Cremesuppen
  • Gemüsegerichte und Aufläufe
  • Gerichte mit Milchprodukten
  • Gebäck und Teiggerichte

Ich habe heute Borschtsch (ähnlich wie Fastenzeit-Borschtsch), Bolognesesoße, Auberginen-Bolognese-Mozzarella-Auflauf und süßen Nudel-Quarkauflauf ohne die Teigtaube eingefroren. Es sind sechs deftige Mahlzeiten für zwei Erwachsene und ein Kleinkind) und acht große Stück Quarkauflauf zum Einfrieren, einmal Tagliatelle mit Bolognese heute Abend und Borschtsch morgen Mittag. Für etwas über 2 Stunden Arbeit ist es doch gar nicht mal so schlecht. Diese Gerichte sind mindestens ein paar Monate im Gefrierfach haltbar. Vorher habe ich schon  Frikadellen, zwei Bleche Pizzateig, Gemüsecremesuppen und Hühnerbrühe eingefroren. Da habe ich einfach die doppelte oder dreifache Menge gekocht und einen Teil gleich gegessen und den anderen eingefroren. Über ein paar Wochen verteilt, bekommt man so den Gefrierschrank voll. Frau sollte in der Stillzeit auch mehr Fisch essen. Da werde ich wahrscheinlich nur eine Tomatensoße vorkochen, die man zu Fisch, Nudeln, Reis oder auch Fleisch nehmen kann.

Bei der Auswahl der Gerichte sollte man die Art der Zubereitung beachten. Wenn man nur Gerichte aus dem Backofen auswählt, wird man den ganzen Tag in der Küche stehen. Es sollte parallel gearbeitet werden können: Ofen, Herd, Mikrowelle, Grill, Dampfgarer.

Das Einkaufen

Wenn ihr gleich viel vorkochen wollt, solltet ihr am Vortag mit einer Einkaufsliste einkaufen. Ich habe jetzt sogar den Lieferdienst eines Supermarktes in Anspruch genommen, um Zeit zu sparen und weil ich nicht mehr schwer tragen kann und will. Aber ich muss sagen, die Gemüsequalität lässt zu wünschen übrig. Das werde ich lieber weiterhin persönlich und am liebsten auf dem Wochenmarkt einkaufen.

Das Einfrieren

  • Schnell einfrieren: nach dem Kochen auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, in Gefrierbehälter umfüllen, je nach Gericht bis zu ein paar Stunden im Kühlschrank abkühlen lassen und einfrieren.
  • Kein wiederholtes Einfrieren nach dem Auftauen
  • Im Gefrierbehälter sollte genug Platz zum Ausdehnen bleiben, aber so wenig Luft wie möglich.
  • Behälter immer beschriften: Was ist eingefroren und wann oder bis wann es noch gut ist
  • Kuchen oder Quarkauflauf in portionsgroße Stücke schneiden, auf einem mit Frischhaltefolie eingewickelten Brettchen einfrieren und dann in einen Gefrierbeuten umfüllen.

Das Auftauen

  • Im Kühlschrank: je nach Größe gegebenfalls über Nacht und dann gut erhitzen
  • Mikrowelle im Auftaumodus und dann gut erhitzen

Weitere Rezeptideen fürs Vorkochen

Hühnerbrühe, Oladuschki – dicke, kleine Pfannkuchen, Tschachochbili – georgisches Huhn, Piroschki mit Hackfüllung, Kürbiszeit! Kürbis einfrieren, Watruschki mit Kartoffelfüllung, Piroschki mit Quarkteig, Papas Piroschki – Teigtaschen mit Kohl-Ei-Füllung, Quarkküchlein mit Vollkornmehl, Watruschki – russische Quarktaschen, Syrniki Quarkbratlinge Quarkküchlein, Bohnenpaste, Sapekanka – Käsekuchen ohne Boden

*(Datenquelle: D-A-CH Referenzwerte für die
Nährstoffzufuhr, 2. Auflage 2015)

 

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Hühnerbrühe

Ihr wisst, dass ich meine Küchenprozesse seit einer Weile optimiere, damit wir weiterhin frisch und lecker essen, ohne jeden Tag in der Küche zu stehen oder lange zu stehen. Und es funktioniert… zumindest meistens! Inzwischen haben wir einen zusätzlichen Gefrierschrank, dessen Reserven immer wieder aufgefüllt werden. Momentan habe ich dort einige Portionen Bolognesesoße nach Nonnas Art, Bechamelsoße, Vollkornhefeteiglinge, Amalfizitronen, die man nur kiloweise bestellen konnte, Boeuf Stroganoff, Zwiebelpletzel und anderes 🙂 Weiterlesen

Masleniza – Butterwoche – Karneval auf Russisch

Heute beginnt Masleniza, die auf Deutsch Butterwoche genannt wird. Es ist die letzte Woche vor der langen Osterfastenzeit. In dieser Woche bereitet man sich auf die Fastenzeit vor und aus christlicher Sicht geht es unter anderem um Versöhnung. Fleisch ist in der Woche bereits verboten, aber man darf noch Milchprodukte und Eier essen. Während dieser Woche war es üblich runde Speisen zuzubereiten und sehr wichtig sind dabei Blini. Jeder Tag der Woche war verplant. Weiterlesen

Quarkauflauf mit Nudeln und Blätterteighaube

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Ich liebe Quark und alles, was man daraus zaubern kann. Vor ein paar Monaten habe ich einen Quarkauflauf mit Blätterteighaube ausprobiert. Es ist genial! Das Rezept stammt von der Seite menunedeli.ru und ich stelle euch an meinen Geschmack angepasste Version vor. Man könnte fertigen Blätterteig nehmen, aber ich habe noch keinen gefunden, der nur Mehl, Ei und Butter, Wasser enthält. Es gibt immer mindestens eine Zutat, die mich stört. Letztes Mal habe ich echten Blätterteig gemacht, aber es dauert ewig und trotz des Geschmacks und der guten Konsistenz möchte ich den Aufwand nicht jedes Mal betreiben. Deshalb gibt es heute einen Blitzblätterteig. Weiterlesen

Tschachochbili – georgisches Huhn

Das Bloggen kam wieder zu kurz, weil der Kleine sich die Hand verbrannt hat. Scheint jetzt alles ohne Folgen überstanden zu sein. Ein Rat an alle, die sich noch böse verbrennen werden, geht auf jeden Fall zu Verbrennungsspezialisten.

Wir starten mit einem leckeren georgischen Klassiker ins neue Jahr. Ich habe ja schon erzählt, dass in der georgischen Küche viele Gewürze und Kräuter verwendet werden. Für Tschachochbili braucht man die typische Gewürzkräutermischung Chmeli-Suneli. Weiterlesen

Sbiten – russisches Wintergetränk

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Ich recherchiere gerade für den Kochkurs „Russische Maslenica und Fastenzeit“ und bin dabei auf ein altes russisches Getränk gestoßen, das ich noch gar nicht kannte. Anscheinend kennen es mittlerweile tatsächlich nicht mehr viele. Bevor es in Russland Tee gab, waren Kräuter- und Gewürztees beliebt, wie auch im Rest Europas wahrscheinlich. Sbiten besteht aus Wasser, Kräutern und/oder Gewürzen und Honig. Weiterlesen